Gesundheit

Selbsttest: Wie ich mir das vorstelle

Das Handling ist einfach, ich mache es in meinem Beruf seit Wochen. Allerdings ist auch dem Selbsttest heute genau so jenes Stimmungsschicksal beschieden wie dem aus britisch-schwedischer Produktion stammenden Impfstoff. Die Geister scheiden sich an der Frage nach der Zuverlässigkeit. Die Prüfberichte bei den Selbsttests sehen diesbezüglich nicht so schlecht aus.

Ordnungsgemäß durchgeführt kann ein Selbsttest nicht nur, sondern muss er eine Vereinfachung für all jenes Eintrittstesten werden, das wir vor wenigen Wochen noch als verfassungsrechtlich (Gleichheitsgrundsatz) bedenklich erachtet haben. So ist das nunmal: Zuerst kritisiert, dann in der Debatte abgekühlt, wurde das „Reintesten“ möglich. Im Coaching verwendet man dazu gerne das Bild vom Frosch, der schon im Wasser sitzt, wenn es erwärmt wird. Dann bleibt er im Wasser. Der Frosch, ins warme oder gar heiße Wasser getaucht, hüpft eben wieder heraus.

In der Wärme dieser Versuchsanordnung ist Österreich nun also dort, dass wir – durch Apothekenabgabe monatlich ausgestattet mit Testware im Umfang von einem pro Woche – selbst testen können. Nur gilt der Selbsttest vorerst noch nicht fürs „offizielle“ Eintreten, ob beim körpernahen Dienstleister, ob spätestens am Ende dieses Monats in die Outdoor-Gastronomie. Wozu also nützt er? Als Selbstunterstützung für den Verwandtenbesuch hieß es. Da muss doch mehr Wirkungskraft herauszuholen sein.

Helfen könnte eine einfache, digital zu lösende Koppelung. Warum nicht hier eine App einsetzen, die folgende Daten verbindet, die Sozialversicherungsnummer der/des Testenden und den mit einer Nummer kodierten Selbsttest? Der User öffnet die App, meldet sich an, identifiziert mit der Nummer des Tests sein Vorhaben, führt durch, liest ein Foto des Ergebnisses ein und die App zertifiziert ihm dieses. Diese Lösung ist programmiertechnisch unaufwändig und könnte auf breite Resonanz stoßen, breiter als die der verunglückten Corona-App.

Die Resonanz hier resultiert aus einer Notwendigkeit. Denn allen Ernstes so viel Teststraßenkapazität aufzubauen (diese kostet ja auch nicht wenig Geld), um Hunderttausenden den Gastgartenbesuch zu ermöglichen, ist jenseits des Machbaren. Kapazitäten an den Testorten sind jetzt schon an ihren Grenzen. Die vorsichtigen Äußerungen des Vorarlberger Landeshauptmanns Markus Wallner, dessen Bundesland zur Modellregion wird, und des Expertenvertreters Oswald Wagner von der Medizinischen Universität Wien im Pressegespräch am Abend des heutigen 1. März 2021 deuteten zumindest in eine Handlungsrichtung, in der der Selbsttest mehr Bedeutung bekommt.

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