Essen & Trinken

Das Bulgur-Experiment

Mittels Bulgur-„Auge“ sich Erinnerung erschmecken

Man kennt das ja: Urlaub, andere Verfasstheit, man trinkt ein gutes Tröpfchen, ist begeistert, kauft ein paar Flaschen davon, um diese zu Hause zu entkorken, einzuschenken, um das Glas an den Mund zu führen, zu riechen, zu kosten. Und dann? Fahl schmeckt dieser Rebensaft in den eigenen vier Wänden.

Die Sehnsucht nach einer Verlängerung dieses so besonderen Gefühls, zu leben und leben zu lassen, lässt sich anscheinend doch nicht über die Geschmackspapillen erzeugen. Dieser Hypothese ging ich empirisch auf den Grund. Kann ein zu Hause zubereitetes Gericht ein im Kopf existierendes Erinnerungsbild stärken, indem man schmeckt, was man bei eben diesem Anlass gegessen hat? Die Reise zurück an einen Zeitpunkt vor gut zwei Monaten soll ins jüdische Viertel von Krakau, nach Kazimierz, führen, ins Restaurant Hamsa.

Ein geschmacklicher Stupser für die Erinnerung

Was dort serviert wurde, entsteht nun durch meine Hände. Zentraler Bestandteil des Gerichts: Bulgur. Im Supermarkt meines Vertrauens irre ich herum, bis ich im Veggie-Regal das kleine Päckchen entdecke. Die Zubereitungsanleitung auf der durchsichtigen Verpackung liest sich in der 1-Punkt-Schrift nicht leicht, erstmals dechiffriert ist es dann aber kinderleicht. Eine bestimmte Menge Bulgur, eine bestimmte Menge kochendes Wasser, 20 Minuten ziehen lassen, fertig. Ich dünste Gemüse, um dieses zu untermengen, ich spieße Hühnerfleischstücke auf einen Schaschlikspieß und brate diese, ich richte den Teller mit etwas Blattsalat an. Ja, genau so kam es auf den Tisch, damals in Krakau, heute bei mir zu Hause. Und, nein, es ist nicht das Gleiche, eine Annäherung – ja, das schon. Ein kleiner Stupser für die Erinnerung, der´s wert war, keine Frage! Das Gesamtpaket Atmosphäre/Stimmung/Kulinarik bekommst du allerdings nur vor Ort. Auch das ein Grund für eine baldige Rückkehr, einer unter vielen anderen.

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