Sport

Dabei sein wäre alles

Dokument eines Vergabe-Irrtums des IOC: Postkarte zu den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck, einem absolut exotischen Schauplatz für Wintersport – Foto: Wikimedia Commons

Weil ja bekanntlich Südkorea mit Hirsch Mar-Cel, Krist Hen-Rik, Feuz Be-At oder Shiff Mik-Aela, Hold Wen-Dy, Vonn Lind-Sey die Aushängeschilder des Alpinen Schisports im eigenen Nationalteam weiß, ist die Durchführung der XXIII. Olympischen Winterspiele in Pyeongchang im Februar 2018 wirklich nur eine Frage der Zeit gewesen.

Der Südkoreaner kommt ja schon quasi mit Schiern zur Welt. Im zarten Alter von drei Jahren, bei Eintritt in den Kindergarten, bringt ihm das Christkind die ersten Brettln zum Herumrutschen. Denn früh übt sich, wer die Gefälle der Topografie des Landes –höchster Berg auf dem Festland immerhin 1915 (!) Meter über Seehöhe – in der trockenen Kälte der sibirischen Winde bei stets überreicher, nur von der Natur gemachter Schneelage rasch wie kaum ein anderer auf dieser Welt bezwingen will. Darum soll der Wintersport also auf der koreanischen Halbinsel sein alle vier Jahre wiederkehrendes Fest feiern.

Sollen doch die Europäer, allen voran die Österreicher, die Schweizer, die Deutschen, die Italiener und Franzosen und vor allem die Norweger, ohnedies in nur einer Wintersportart, nämlich dem Shorttrack, halbwegs passabel in Anwärterschaft auf Medaillenplätze, darum nach Mitternacht aus ihren Betten kriechen, wenn sie unbedingt die Alpinbewerbe live mitverfolgen wollen. In Amerika laufen die Übertragungen ohnedies im Hauptabendprogramm. Jeder Sportler dieser genannten Nationen bleibt doch beim Schifahren, Schispringen, Biathlon, Langlaufen – um nur einige wenige Disziplinen beispielhaft zu nennen – im Kampf um die olympischen Ehren eines Medaillengewinns komplett aussichtslos. Darum trägt Südkorea, die Hochburg in der globalen Wintersportwelt, die Spiele 2018 aus.

Bei diesem Zitat handelt es sich um einen Auszug aus der Übersetzung des Antrags des Austragungslands auf Durchführung der Winterspiele beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Den Führungsgremien dort fehlt leider jedes Verständnis für Satire. Sie nahmen jeden Satz nicht nur für wahr, sondern möglicherweise auch für bare Münze.

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