Die österreichische Post legt ihren Kunden ein nettes Ei zu Ostern ins Nest. Es könnte sich auch um einen Aprilscherz handeln, denn immerhin gilt ab morgen, 1. April, dass man ein sogenanntes „Einschreiben Einfach“ versenden kann.
Es geht um Briefversand, bei dem man sichergestellt haben möchte, dass dieses Schreiben auch tatsächlich beim Empfänger ankommt. Bei Einschreiben ist dies der Fall: Denn wer empfängt, unterschreibt dafür. Wenn es wer nicht tut, kommt das Einschreiben nach zwei Wochen zum Absender zurück.
„Einschreiben Einfach“, diese wunderbare Idee eines neuen Tarifs ab morgen, kostet das grundsätzliche Porto für den Brief und einen netten Zuschlag von EUR 2,50 national (2,95 international). Mit diesem könne man die Misere mit dem „gelben Zettel“ ausbremsen. Seine Zustellung und die Selbstabholung des wichtigen Schriftstücks teilweise immer noch zu absurd schlechten Öffnungszeiten von Postämtern (zum Beispiel zwei Stunden zu Mittag geschlossen!), das verbarg sich in den vergangenen Jahren zumeist hinter dem Produkt „Einschreiben“. Wer in einer Welt intensiver Berufstätigkeit kann zu den üblichen Zustellzeiten zu Hause sein?
„Einschreiben Einfach“ garantiert – Achtung! Bitte festhalten, weil sensationell! – die Garantie, dass der Brief tatsächlich im Briefkasten am Empfangsort hinterlegt wird. Das kann durch ein tracking auch verfolgt werden, wow! Und der Briefträger unterschreibt für den Empfänger, dass er den Brief eingeworfen hat, wow!
Wir neutralisieren einmal diese tolle Geschäftsidee der Österreichischen Post, die – das ist uns allen klar – im guten alten Kerngeschäft Briefverkehr finanziell Einbrüche hat. Uns wird hier um lukrative zusätzliche 2,50 Euro etwas verkauft, was eigentlich die Standardhandlung der Post ist (räusper!) oder sein soll. Irgendwer gibt einen Brief auf, die Post stellt diesen zu. Die Unterschrift des Briefträgers ist 2,50 wert, wow! Diese Unterschrift ist für den Absender von einer Bedeutung, die über Null nicht hinauskommt, aber 2,50 gekostet hat. Müssen wir Meldungen auf Chronikseiten von Zeitungen erwarten, in denen berichtet wird, dass Briefe im Straßengraben landeten, die überforderte zustellende Person hat aber eh alles unterschrieben, dass es angekommen sei?
„Einschreiben Einfach“ ist also entweder Abzocke oder das Zugeständnis, dass nicht jeder Brief bisher verlässlich dort hinfand, wo er hätte ankommen sollen. Ein faules Osterei, ein sehr schlechter Aprilscherz, Konsumenten-Nepp, Realsatire, … (frei ergänzbar!).
Kategorien:Satire

Sehr einfallsreich. Fehlt noch die Version, wo der Absender beim Aufgeben auf der Post unterschreibt, um zu bestätigen, dass der Brief ordnungsgemäß entgegengenommen wurde. „Aufschreiben“ statt „Einschreiben“, wäre mein Dienstleistungsbezeichnungsvorschlag.
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