Raum & Architektur

Im Garten des Bischofs

In Linz (Oberösterreich) kann man in schöner Regelmäßigkeit von einer Position über den Dächern in die Schönheit begrünter Innenhöfe Einblick nehmen. Und zwar immer dann, wenn das Offene Kulturhaus zum „Höhenrausch“, einer Ausstellung auf dem Dach des Kunsthauses und seiner benachbarten Gebäude und Kirchen, lädt: eine neue Saison startet übrigens unter dem Titel „Das andere Ufer“ am 23. Mai. Mein Blick blieb da in den vergangenen Jahren immer wieder an jenem Grün hängen, das sich hinter dem Bischöflichen Ordinariat in der Herrenstraße öffnet.

Bislang nur von oben einsehbar wurde am beginnenden Pfingstwochenende Interessierten ermöglicht, im Garten des Bischofs zu flanieren. Ein Akt der Muße, der dem Oberhaupt der Diözese selbst aus Zeitgründen verwehrt bleibt, erläuterte Ordinariatskanzler Johann Hainzl in seiner Einführung. Was der Bischof von seinem Garten hat? Fruchtgenuss. Erdbeeren und Ribisel (Johannisbeeren) sind angepflanzt. Bis vor zwei Jahre kümmerte sich eine Nonne mit besonders „grünem Daumen“ darum, den Bischof ein halbes Jahr lang mit Obst und Gemüse aus eigenem Garten versorgen zu können. Das Ordinariat ist ja Wohn- und Amtshaus zugleich, ursprünglich wurde es als Stadthaus des Abts des Stifts Kremsmünster nach Plänen von Jakob Prandtauer zwischen 1719 und 1726 errichtet. Erst mit der Gründung der Diözese Linz (1783-1785) unter Joseph II. wurde es Bischofssitz. Es gilt als einziger barocker Profanbau Prandtauers.

Magnolienbaum

Heiliger Nikolaus

Heiliger Johannes Nepomuk

Der Garten lässt sich auf zwei Hauptwegen der Länge und der Breite jeweils in der Mitte durchmessen. Die Wege bilden somit ein Kreuz. Zwei Heiligenfiguren stehen an ihren Enden, ein Heiliger Nikolaus ostseitig, ein Heiliger Johannes Nepomuk nordseitig. Gesäumt sind die Wege durch Sträucher, Rosenbeete bringen Farbakzente. Dominant ist ein riesiger Magnolienbaum, in dieser Jahreszeit noch vor seiner Blüte, dann immer eineinhalb Wochen in Farbenpracht. Nicht nur die abfallenden Magnolienblütenblätter machen einen nicht gering zu schätzenden Teil von Gartenarbeit aus, für die heute der Hausmeister des Bischöflichen Ordinariats zuständig ist. Hier, in einer von vielen verborgenen, weil privaten Stadtoasen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt.

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