Ordnung, sagen sie, sei das halbe Leben. Ich selbst habe mit der Hälfte noch lange nicht genug. Es darf ein wenig mehr sein. Bei mir hängen die Hemden von farblich dunkel bis hell von links nach rechts im Kleiderschrank, zuerst die mit Lang-, dann die mit Kurzarm. Bei mir stehen bei benachbart montierten Lichtschaltern, vor allem wenn einer davon noch seinen Partner in der Bedienfunktion für denselben Leuchtkörper an einer anderen Tür zum Raum haben sollte, die Kipplagen des weißen Bakelits parallel; anders – unerträglich. Ich nutze bestimmte Stifte für bestimmte Schreibbücher. Ich verstaue Arbeitsutensilien nach System im Rucksack, alles hat seinen Platz und nimmt diesen ein, das Ladekabel, der USB-Stick, ein Päckchen Papiertaschentücher. Immerhin will sich der mit anderem genug beschäftigte Kopf nachdenklos auf Routinen verlassen können.
Seit dieser wunderbaren Fernsehserie, die zwischen 2002 und 2009 in acht Staffeln und 125 Folgen erschien (und auf manchen TV-Kanälen sehr erfreulich weiterhin in Wiederholungen läuft), nennt man ein Gehabe wie das geschilderte freundlich „den inneren Monk“, den man lebt und leben darf. Da schiebt man von sich weg, dass in den Beschreibungen des von Tony Shaloub so charmant gespielten ehemaligen Kriminalpolizisten Adrian Monk „furchtbar böse“ Wörter vorkommen, wie „Trauma“, „Neurose“, „Ängste“ oder gar „psychische Störung“. Nur weil der Mann Prinzipien hat und lebt: In Leidenschaft für Symmetrie, für Ordnung, runde Zahlen und in einer – ich nenne es mal so – exquisiten Empfindsamkeit in Sachen Nacktheit.
Das hat doch Stil und Format. Apropos.
Der Fotobuch-Produzent meines Vertrauens (zum Beitragsfoto: #notspons) kitzelte den Monk in mir nahezu bis in den Bereich von Folter, als er vor schon geraumer Zeit die schreckliche Botschaft verlauten ließ, sein Software-Programm einzustellen. Dabei handelt es sich um jenes, mit dem die Herzallerliebste und ich die fotografischen Highlights unserer Reisen im DINA4-Format quer, grauer fester Einband, Innen-Layout namens „Modern“ (gedämpfte erdige Farben, dezente Balken als Schmuck darin, gute Geltung für unsere Fotos) sichern, materialisieren und somit in Familie und Freundeskreisen haptisch und gut herzeig- bzw. anschaubar machen.
Man wechsle auf ein neues digitales Anwendungsinstrument. Ich probierte es aus, ich war so tapfer dabei und ich wimmerte Tage, Wochen, Monate lang herum, solange sich darin nur die Zumutung eines unglücklichen Formats und eines Layouts (pastellfarbener Vordruck mit Sonnenschirm und anderen einschlägigen Piktogrammen des Am-Strand-herumliegen-Urlaubs) finden ließ.
Die Zeit zog dahin, das drohende Ende des guten alten Programms erlebte Aufschub. Ich erklärte es mir mit dem Druck der Masse (Kunden, die ähnlich ticken wie wir). Nun aber geht es mit 15. Jänner vom Netz und aus der Produktion und nicht nur mir, uns, wohl vielen Gleichgesinnten, die die Fotobücher ihrer Urlaubsabenteuer (oder Abenteuerurlaube) im gleichen Format ordentlich gereiht im Buchregal stehen haben wollen, wurde die Monk-Seele gestreichelt. Auch das neue Tool hält nun das geliebte Querformat und die Wählbarkeit dezenten Hintergrundformatgeschehens bereit.
Der Monk in mir geht damit besänftigt in den nächsten Urlaub, denn er weiß um die gesicherte Ordnung der Dokumentation in Fotos danach.
Kategorien:Soziales Handeln

Ich müßte mal die Urlaubsfotos sortieren… Und überhaupt, so ein Artikel macht das vorhandene Gewissen noch schlechter. – Faules Ich, lustbetontes Es, ran an den Feind!
Bisher haben sie noch immer gewonnen. Ich hätte gern mehr Ordnung. Ich könnte einen Besuch eines Sheldon Cooper oder eines Adrian Monk gut gebrauchen. Wenn ich ihn nachher wieder zur Türe hinauskomplimentieren darf! Oh, er bekommt auch selbstgebackenen Kuchen. Ein Rezept? Hm… eigentlich entsteht so etwas halbspontan. Man nehme, sofern man hat. Meist gelingt es. Aber ich gebe zu, eine Konditorei ließe sich so nicht betreiben.
Strudel, heute ist warmer Apfelstrudel angesagt. Das ist doch ein Lockmittel? Ich muß nur mal nachsehen, ob ich auch wirklich alle Zutaten…
Ich habe schon Anfälle. Aufräumwutanfälle. Aber die Energie ist schnell verbraucht. Und dann kommt eine Idee dazwischen, etwa für eine Geschichte. Die muß ich schnell notieren – ich darf nur den Backofen nicht vergessen… Oje.
Vielleicht ein ander Mal?
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