Celsius thermometer on wooden post indicating about 33 degreesSprache

Hitzebeständig

Zurück noch einmal zum vergangenen Wochenende: Ich stieg nach der Siegerehrung für die Distanzen 1500 bzw. 3000 Meter Schwimmen beim Backwaterman ins Auto, startete und staunte. Die Temperaturangabe am Armaturenbrett zeigte Grade, so hoch, wie ich sie hier noch nie zuvor gesehen hatte. 43,5 Grad. Der Wagen stand da für vielleicht drei Stunden in der Sonne des Waldviertels. Das Lenkrad hatte ich klugerweise mit einem T-Shirt abgedeckt, andernfalls wäre es kaum anzugreifen gewesen.

Ich begann meine Heimreise und es dauerte doch einige Kilometer, bis sich die angezeigte Temperatur senkte, bald zwar unter 40 Grad, mehr fiel sie durchs Waldviertel kaum, durchs Mühlviertel dann doch. Die Tunnel der Schnellstraße S10 halfen. Durch Linz auf der A7 meldete die Messung dann wiederum 37,5 Grad. Zu Hause angekommen, schon nach 19:30 Uhr: immer noch 33.

Diese als historisch bezeichnete Hitzewelle im Juni 2026 prüfte uns alle auf unsere Beständigkeit gegen konstant hohe Temperaturen. Dabei blieb das Adjektiv „hitzebeständig“ bislang eher Materialien zugeordnet und vorbehalten, Silikon, Lack, Kleber, Farbe, Handschuhe, Platten beispielsweise. Da macht sich das vorangestellte „hitzebeständig“ gut, technischer Kontext, und es schindet Eindruck, erzählt etwas über Qualität, über Verlässlichkeit.

Die zunehmenden Extremwetterereignisse eines länger werdenden Sommers laden ein, der Eigenschaft wie dem Wort einen erweiterten Anwendungsraum zu geben. Wir müssen darüber reden, um gut durchs Unausweichliche zu kommen. Im Small Talk vielleicht so: Auf die Frage „Wie hitzebeständig bist du?“ ließen sich dann Erfahrungen im Alltagsleben, wenn es schon um 10 Uhr vormittags über den 30er geht und nachmittags der Vierer an der Zehnerstelle durchs Quecksilber berührt wird, austauschen. Wir sollten uns da gegenseitig in und auf Ehrlichkeit prüfen. Selbst ein an die Gesundheit adressierter Glückwunsch „Bleib hitzebeständig!“ hat Chance auf gesicherten Platz in sommerlichen Gesprächen.

Ich lernte in der Juni-Welle an mir, wie mich die Hitze in meiner Konzentrationsfähigkeit forderte und sich mein Gedächtnis im heißen Umfeld besonders bemühen musste, dutzende gut gemerkte Passwörter zu den richtigen Zugängen zuzuordnen und einzusetzen. Sonst handle ich hier problemfrei, etwas suchend vielleicht nur in Situationen nach längeren Ferien und darin dann Beleg einer wirklich tiefgreifenden Erholung.

Apropos: Der Schulbetrieb in Oberösterreich bewegt sich aufs Ende des Unterrichtsjahres zu (der Direktor hängt noch eine Woche Amtsgeschäfte des Abschließens an) und das bedeutet wie schon 2025, dass sich „Nosing Around“ einem eingeschränkten Leser/innen-Kreis vorbehalten wird, nämlich all jenen, die den Blog abonniert haben. Ab kommendem Sonntag, zehnmal in Folge. Wer dabei sein will, kann das. Denn Abonnieren kostet nichts und ist einfach, rechts oben (bei Desktop/Tablet) bzw. unten (am Smartphone) auf dieser Site kann man es vollziehen und sich 80 Exklusiv-Lesenden anschließen.

Bild: Jetpack Image Editor

Hinterlasse einen Kommentar