Ich bin Nichtraucher. Ich weiß von vielen, die gerne zur Zigarette greifen, dass ihnen das, was ich nun hier beschreiben muss, ebenso übel auffällt, als Rauchern, insbesondere in der warmen Jahreszeit. Von vielen, die dem Tabakgenuss frönen, höre ich, dass ihnen dies im eigenen Automobil und erst recht dort in der Position der Fahrerin oder des Fahrers zuwider ist. Was man allerdings so auf den Straßen und an den Kreuzungen beobachtet, dokumentiert diese Zurückhaltung als Ausnahme. Aus geöffneten Seitenfenstern von Lenkerinnen oder Lenkern geht viel Rauch auf, in voluminösen Schwaden dann, wenn darin, wer immer auch am Lenkrad sitzt, Stress durch intensive Inhalation und Ausatmen abbaut. Solange die Umwelt gasförmig damit beschickt wird, kein Problem.
Wofür ich kein Verständnis habe, ist – E-Zigarettenkonsumenten dürfen hier nun weglesen! –, dass Menschen, die sich ihre Konzentration beim Lenken eines Kraftfahrzeugs mit dem glimmenden Stängel fördern, stets danach ist, die Asche nicht dort zu sammeln, wo es im Auto vorgesehen ist. Die Entleerung eines Aschenbechers ist anscheinend nicht zumutbar. Da nimmt man dann lieber doch gleich den „ganz großen“: Durchs geöffnete Fenster wird mit dem ein- bis mehrfachen Fingertipp zur Motivation der Schwerkraft die Asche vom verbleibenden, noch nicht abgebrannten Zigarettenkorpus abgeladen. Die Umwelt ist also ein Aschenbecher. Da bin ich dagegen.
Und ich bin auf der Suche nach jenem kleinen Filmchen, das vor geraumer Zeit durchs Netz geisterte: Zu sehen war ein Passant auf einem Gehsteig. Aus einem geparkten Auto und dem geöffneten Fenster kippte der Lenker seinen vollen Aschenbecher auf den Gehsteig. Der Fußgänger, spontan an sich (und wenn es für die tausenden Klicks und Likes inszeniert worden sein will, soll es gut sein), bückte sich, schaufelte mit den Händen das verbrannte Restzeug des Rauchens zusammen und schüttete es dem Fahrer sogleich ins Auto zurück. Herrlich! Mir wäre bei jedem Aschenzylinderchen, das aus einem Autofenster fällt, danach, es sogleich wieder zurückzuwerfen.
Foto: Openverse/Free Photo Library
Kategorien:Ökologie, Mobilität, Soziales Handeln
