Literatur

Weiße Buchwochen

Wer erinnert sich? Es gab Zeiten, lange vor Onlinebuchhandel und Sekundärmarkt (also als Digitalisierung noch ein Fremdwort war), da konnte man in den Räumen der damals noch Handels-, heute Wirtschaftskammer Oberösterreich zum großen Buchflohmarkt pilgern. Dieser trug den Titel „Weiße Buchwochen“.

Irgendwann zu herbstlichen Zeiten stießen heimische Verlage (deren Zahl sich enorm verringert hat) und Buchhandlungen günstig ab, was nicht mehr am Ladentisch Kundeninteresse gefunden hatte. Für mich war das jedes Mal eine Fundgrube und ich trug reichlich Buch-Schätze um wenig Geld nach Hause.

Auch wir waren einmal Teil jener Gemeinschaft, die sich als oberösterreichische Kleinverlagsszene wie Davide gegen die Goliathe des deutschsprachigen Verlagsmarkts auflehnte und in gar nicht so kleinen Nischen Buchtitel erfolgreich produzierte, präsentierte und verbreitete.

Immer noch gibt es von unserer Edition Restbestände. Wir rufen heute hierorts bis Weihnachten (in zwölf Wochen!) „weiße Buchwochen“ aus und bieten interessante Bücher an. Die überlassen wir Interessierten gerne. Das heißt also: Ob jemand dafür etwas geben möchte (und falls ja, was bzw. wie viel), möge das eigene Ermessen festlegen (ausgenommen: etwaige Versandspesen, die bitte zu ersetzen sind). Wie es organisatorisch funktioniert, liest du zum Schluss dieses blog-posts.

Hier nun eine rasche Übersicht über die acht Titel (auch im Bild, zuerst von links nach rechts stehend, dann die drei liegend; leider schneidet WordPress das Bild ab, wer es anklickt, sieht es vollständig):

An Belletristik verblieben drei Titel, Elisabeth Vera Rathenböcks preisgekrönter Roman „Memento Mori“ über die Geschichte einer Fotografin, die konsequent dokumentiert, das bis zuletzt (fiktiv entwickelt an der Lebensgeschichte der Trude Fleischmann) (nur noch 3 Stück vorrätig); Irene Judmayers „Sirene – Echte Heuler“, zeitlose Satiren vom Feinsten und Othmar Plöckingers „Gübichingen“, ein satirischer Roman mit barocker Ideenfülle.

Zwei Kinderbücher richten sich an Geige und/oder Blockflöte lernende Kinder und deren Eltern, Omas und Opas. Hier geht´s um das „Abenteuer Musik“ und es besteht aus zwei Bänden für junge Leute ab acht Jahre. Für „Das Geheimnis der Geige“ hat der große Komponist Balduin Sulzer Melodien geschaffen, die in einfacher Notation im Buch enthalten sind, für „Das Geheimnis der Flöte“ tat Norbert Trawöger Gleiches. Beide Bücher bringen zudem in einer Abenteuergeschichte Interessantes über die Kulturgeschichte von Geige bzw. Flöte.

Und: Drei Essaybände zu Themen zur Zeit liegen als Taschenbücher vor, Thomas Duschlbauer und ich haben diese gemeinsam herausgegeben. Jeder der drei nahm dazumals die Funktion von Begleitung von Ausstellungs- bzw. Forschungsprojekten ein. Wiedergelesen behaupten sich alle drei als höchst gegenwärtig, zu den Themen Stadt, Leid/Verzicht und Natur(erlebnis).

Organisatorisches: Wer Interesse an dem einen oder anderen Buch hat, nimmt bitte mit mir per Mail Kontakt auf (die Mail-Adresse findet sich im Impressum), sodass wir über Übergabe oder Abholung, Hinterlegung, Transport via Mitnahme durch Freundinnen, Freunde, Bekannte (wir sind kreativ in der Lösungsfindung!), Versand etc. kommunizieren können.

Foto: Die acht Titel unserer „weißen Buchwochen“

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