Als am Samstag, 28. Februar 2026, Österreich erwacht, führt die Meldung vom amerikanischen und israelischen Angriff auf den Iran alle Nachrichtensendungen an und dabei alle, die sich weiterhin oder noch mit Verbrennermotoren mobil halten, sehr rasch zur Erkenntnis, dass sie als Konsumenten für diesen Krieg kräftig bezahlen werden.
Der Zugriff in Geldbörsen oder auf Debit- oder Kreditkarten erfolgt rasant, sodass Experten raten, da mögen Politik und Kontrollinstanzen, beispielsweise die Bundeswettbewerbsbehörde, bitte doch sehr dringend hinschauen. Leitfrage: Sind hier für die Produkte an der Zapfsäule Preisabsprachen erfolgt? Die Simultaneität von hoch kletternden Zahlen an digitalen Anzeigen von Tankstellen fiel sehr deutlich auf. Sollte so eine abgesprochene Preisgestaltung festzustellen sein, dann sei auch geboten, mit drastischen Strafen dagegen vorzugehen.
Wie kann es überhaupt sein, dass ein auf einem Rohprodukt (Öl) basierendes Produkt, das in den Tanks unter den Tankstellen zum Verkauf bereitliegt oder gerade in der Transportlogistik dorthin unterwegs ist, preislich einer Rakete gleich ansteigt? Die Verknappung am Ursprungsort wegen Krieg ist ja noch nicht in der Produktions- und Kostenkette angekommen. Das Risiko, heißt es dann, hebe den Preis. „Gut“, schüttelt der machtlose und somit ohnmächtige Konsument seinen Kopf. Soweit also die triste Ausgangslage.
Der Blick richtet sich nun auf den Auftritt der österreichischen Bundesregierung und ihre Entscheidungen für die Bevölkerung. In Österreich gelingt es innerhalb von zwei Wochen, den Hausverstand der betroffenen Konsumierenden hart zu prüfen. Besser geschrieben: erst gar nicht ernst zu nehmen.
Die erste Maßnahme legt fest, dass für die bislang täglich zu Mittag einmal mögliche Erhöhung der Spritpreise nun der Rhythmus Montag, Mittwoch, Freitag gilt. Diese Regel funktioniert als sehr feine Einladung an den Turbokapitalismus zu größeren Preissprüngen an eben weniger Tagen und einer zerdehnten Langsamkeit des Sinkens (falls überhaupt!) dieser Steigerungen bis zum übernächsten Werktag und dem nächsten Sprung. Denn natürlich müssen die Einnahmen zu guter Letzt wieder stimmen.
Sehr gelacht habe ich dann auch über das ersonnene Modell einer Spritpreisbremse. Ich habe es so verstanden: Wenn ein Spritpreis im Verlauf von zwei(!) Monaten mindestens 30(!) Prozent steigt, nimmt man von der Gewinnmarge fünf Cent und der Staat von der Mineralölsteuer ebenso fünf Cent herunter, also zehn Cent Senkung.
Ich fuhr am vergangenen Freitag an Tankstellen vorbei, da sprangen die Preise 48 Stunden nach Mittwoch um rund zehn Cent auf 1,867 pro Liter Super. Nehmen wir also diesen Freitag und diesen Preis als Ausgangspunkt für eine kleine Berechnung! Geben wir zwei Monate drauf und prognostizieren wir für den 20. Mai 2026 einen Preis von mindestens 30 Prozent mehr: 2,427. Differenz: 0,561. Zehn Cent geht er dann runter. Es verbleiben 0,461 mehr für Steuern und das Produkt. Auch hier sprudelt es also weiterhin reichlich in die Kassen der Erzeuger und des Staats. So eine Bremse tupft die Rasanz von Preissteigerung gerade einmal an, von Bremswirkung wird nichts zu spüren sein.
Foto: Pexels/Free Photo Library (nach dem Motto: Nostalgie und Romantik spenden vielleicht Trost!)
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