Essen & Trinken

Alles hat ein Ende, die Wurst hat zwei, auch der Advent

Wenn wir uns hier in Oberösterreich den lieben Advent ansagen, dann kommen Bratwürstel mit Kartoffeln und Sauerkraut auf den Mittagstisch. Unsere westlichen Nachbarn Salzburg und auch Bayern ziehen gerne bei diesem geheimnisumwitterten Brauchtum mit. Einschlägigen Quellen folgend gibt es nämlich keine verlässliche Ursprungstheorie für die kollektive Ernährungsgewohnheit zum Zeitpunkt der ersten brennenden Kerze am Adventkranz.

Einer Lesart folgt man, wenn man einem historischen Kochbuch Glauben schenkt, demzufolge sich die Fleischhauer bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs zum ersten Advent bei ihren Kunden mit geschenkten Bratwürsten als Dank für Treue einstellten.

Plausibler erscheint der sozialgeschichtliche Hintergrund, dass man in Landwirtschaften zu Beginn der kalten Jahreszeit in Ermessen der Futterbestände beschließen musste, das eine oder andere Schwein zu schlachten anstatt es im Winter durchzufüttern. Man genoss danach frisch zubereitetes Brät, in Därmen abgefüllt, nahrhaft und deftig, und darum wohl auch ein letztes Mal ein „sündiges“ Essen vor der Adventzeit, in der man eigentlich fasten sollte.

Alles hat ein Ende, die Wurst hat zwei, auch der Advent. Bei vielen kommen deswegen Bratwürstel auch als traditionelle Mahlzeit am Heiligabend auf den Tisch.

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